Marktbericht Investment 2012





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Das Transaktionsvolumen bewegte sich 2012 auf ähnlich hohem Niveau wie im Jahr 2005. Die Investments fielen somit um 20% höher aus als im Vorjahr. Waren die Anleger zu Jahresbeginn angesichts der gut laufenden Konjunktur noch bereit, sich auch verstärkt in Immobilien mit Wertschöpfungspotential zu engagieren, so nahm im zweiten Halbjahr im Zuge der Verschärfung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone die Fokussierung auf das Core-Segment wieder zu, also auf Objekte hoher Qualität, die in guten Lagen dauerhaft an bonitätsstarke Mieter vermietet sind.

Bemerkenswert waren zudem die Unterschiede zwischen den einzelnen Nutzungsarten. Das Investmentvolumen in Einzelhandelsimmobilien, die als verhältnismäßig krisensicher gelten, nahm sowohl in der absoluten Summe als auch gemessen am Anteil der Gesamtinvestments zu. Dagegen musste der Bürosektor einen Rückgang des Transaktionsvolumens hinnehmen. Der Büroanteil am gesamten Investmentvolumen fiel zurück. Dieser Rückgang lässt sich durch die gestiegene Risikoaversion der Anleger gegenüber diesem zyklischen Sektor, vor allem aber durch die Knappheit an geeigneten Investmentobjekten im Core-Bürosegment erklären. Während das Gesamtinvestmentvolumen über alle Nutzungsarten im letzten Jahr zulegte, sank der Umsatz im Bürosektor, trotz der Großverkäufe der Deutsche-Bank-Türme sowie des Silberturms der Commerzbank. 

Betrachtet man den gesamten Markt für Gewerbeimmobilien-Investments, so dominierten 2012 einmal mehr Eigenkapital basierte Investoren wie Fonds, Privatanleger, Versicherungen und Pensionskassen als Käufer. Sehr aktive Käufer waren einmal mehr Investoren aus dem Ausland, die immerhin rund ein Drittel der Transaktionen bestritten und vor allem auf der Suche nach Einzelhandelsimmobilien waren. Die deutschen Eigenkapital basierten Investoren waren einmal mehr vor allem auf der Ankaufsseite, die oftmals ausländischen Equity Funds eher als Verkäufer tätig. Auffällig ist, dass die Bauträger und Projektentwickler letztes Jahr netto weniger investiert haben als im Jahr zuvor. Die erneute Konzentration interessierter Anleger auf Core-Büroobjekte, die jedoch nicht in ausreichendem Maße angeboten wurden, ließ die Spitzenbüroanfangsrenditen im letzten Jahr nochmals leicht zurückgehen. 

Das Interesse an deutschen Gewerbeimmobilien bleibt auch weiterhin hoch. Die hohe Renditedifferenz, die vergleichsweise guten makroökonomischen Rahmenbedingungen, die moderate Neubautätigkeit und damit die stabilen Aussichten auf den Büromietmärkten lassen Investments in Büroimmobilien auch weiterhin attraktiv erscheinen. Es ist daher zu erwarten, dass die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien auch 2013 weiter hoch bleiben wird, nicht zuletzt von internationalen Investoren.